Aus einer Idee wird ein Ort: Am 5. August 2026 haben wir den offiziellen Startschuss für unser Zukunftsprojekt im Seeland erhalten. Die Geschäftsführerin Anne-Katrin Blisse und der Vorsitzende des SDW-Landesverbandes, Guido Heuer, unterzeichneten gemeinsam mit Michael Richter (CDU), Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, den Fördervertrag für das Vorhaben “Die Zukunft Seen”.
Was heute als große Investition in die Region gefeiert wird, begann vor rund drei Jahren denkbar bescheiden mit der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Firmenwald und ersten Anfragen bei der Stadt Hoym. Aus diesem kleinen Anstoß ist über die Jahre ein umfassendes Konzept gewachsen.
Herzstück des Vorhabens ist das ehemalige Verwaltungsgebäude der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) beziehungsweise der Seeland GmbH zwischen Frose und Neu Königsaue. Auf rund 1.000 Quadratmetern Nutzfläche und einem 8.000 Quadratmeter großen Grundstück soll hier ein Zentrum für Waldpädagogik und Umweltbildung entstehen, das unsere Arbeit sichtbarer macht und für alle Altersgruppen öffnet.
Geplant sind unter anderem:
Für die Sanierung der künftigen Waldakademie stehen drei Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur des Landes bereit, wie Wirtschaftsminister Michael Richter erläuterte. Hinzu kommen 500.000 Euro für die Ersteinrichtung der neuen Räume, 200.000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen sowie 100.000 Euro für den Erlebnispfad.
Bevor am Concordiasee Umweltbildung auf dem Programm steht, stehen zunächst die notwendigen Genehmigungsverfahren an. Erst danach kann mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Wir bedanken uns bei allen Partner:innen für die Unterstützung und freuen uns auf die kommenden drei Jahre auf dem Weg zur Eröffnung.
Getragen wird das künftige Zentrum von drei Bausteinen: der Waldschule mit unseren Bildungsangeboten und -projekten, dem digitalen Waldlabor und einer digitalen Waldbibliothek, der Waldvilla als ökologischer Herberge für Teilnehmende und Gäste mit Tagungsmöglichkeiten sowie dem Waldbüro, in dem künftig unsere Landesgeschäftsstelle, die Waldakademie und der Waldfuchs unter einem Dach arbeiten. So wächst aus dem, was bislang oft im Kleinen stattfand, ein Ort, an dem Umweltbildung dauerhaft sichtbar und erlebbar wird
Schon jetzt zeigt sich jedoch, wie viel Zuspruch das Projekt in der Region findet: Neben dem Firmenwald der Salzlandsparkasse und dem Obstbiotop der ÖSA hat auch die Fielmann-Gruppe angekündigt, in Kürze einen eigenen Wald zu pflanzen. Ergänzt wird das Gelände künftig durch einen barrierefreien BNE-Lernpfad, der über QR-Codes Wissen in mehreren Sprachen vermittelt, sowie durch ein Arboretum, das wir gemeinsam mit dem Betreuungsforstamt Flechtingen anlegen. Auf dieser parkähnlichen Fläche entstehen mehrere Waldbilder mit ganz unterschiedlichem Charakter. Hier erproben wir, wie ein klimastabiler Wald der Zukunft aussehen kann.
Das Projekt orientiert an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung – von der Wahl der Baumaterialien über das Bildungsangebot bis zur Energieversorgung. Zielgruppe sind dabei ausdrücklich nicht nur Kinder und Jugendliche. Auch Lehrkräfte sollen künftig bei Fortbildungen den Wald als Lern- und Erfahrungsraum kennenlernen, um ihn anschließend in den eigenen Unterricht zu integrieren.