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Besitzstruktur

Wald in Deutschland

Knapp die Hälfte, genau 48 % der gesamten Waldfläche Deutschlands befinden sich im Privateigentum (BMW³). Die Privatwaldeigentümer haben einen überwiegend kleinstrukturierten und zersplitterten Waldbesitz. 57 % sind Betriebe, die kleiner sind als 20 ha. Nur 13 % Wald gehören zu einem Betrieb mit mehr als 1.000 Hektar. Nach Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 entfallen auf die landwirtschaftlichen Betriebe rund 1,3 Millionen Hektar Wald.
Aus historischen Gründen hat der Privatwald seine Schwerpunkte in Bayern und im Norden (NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Der Anteil des Privatwaldes reicht von 24 Prozent in Hessen bis 67 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Er überwiegt häufig in dünner besiedelten ländlichen Regionen.

29 % der Waldfläche besitzen die Länder (BWI³). Auffällig hoch ist der Anteil von Staatswald (Land) im Saarland mit 48,2 % und den geringsten Landeswald gibt es in NRW mit 14,3 %.

19 % des Waldes gehören zum Körperschaftswald (BWI³). Der Körperschaftswald ist vor allem in der geografischen Mitte (Rheinland-Pfalz und Hessen) und im Südwesten (Baden-Württemberg und Saarland) vorhanden.

409.000 Hektar Wald, das heißt 4 %, besitzt der Bund (BWI³). Dies sind vor allem militärisch genutzte Flächen und Flächen entlang der Straßen.


Waldfläche und Besitzarten in den Bundesländern

Länder Privatwald in % Staatswald (Land) in % Körperschaftswald in % Staatswald (Bund) in %
Baden-
Württemberg
36,1 23,6  39,7 0,5
Bayern 54,2 30,1 13,5 2,2
Brandenburg
Berlin 42,0 30,6 6,9 6,8
Hessen 24,0 39,0 36,2 0,9
Mecklenburg-
Vorpommern
23,5 40,8 10,5 10,0
Niedersachsen (HH,HB) 58,3 29,6 7,4 4,7
Nordrhein-
Westfalen
67,0 14,3 15,3 3,4
Rheinland-
Pfalz
26,5 24,3 46,7 2,4
Saarland 28,9 48,2 22,1 0,8
Sachsen 33,6 37,3 11,3 5,9
Sachsen-
Anhalt
40,0 27,5 6,7  10,0
Schleswig-
Holstein
50,4 31,0 15,0 3,7
Thüringen 35,8 38,2 14,7 3,7
BRD 43,6 29,6 19,5 3,7

Naturnähe in den Eigentumsarten:

Staatswald (Land): 42,2 % sehr naturnah oder naturnah

Körperschaftswald: 40 % sehr naturnah oder naturnah

Privatwald: 30 % sehr naturnah oder naturnah


Ein wesentliches Ziel der nationalen Bundeswaldinventur ist die Beurteilung der Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung. Die Veränderungen in der Beobachtungsperiode von 2002 bis 2012 zeigen ein günstiges Bild.

1. Die Waldfläche mit 11,4 Millionen Hektar hat geringfügig zugenommen (+0,4 %).

2. Der Holzvorrat befindet sich auf Rekordniveau. Mit 3,7 Milliarden m³ oder 336 m³ pro Hektar hat Deutschland eine Spitzenposition (nach Österreich und Schweiz) in Europa. Er ist innerhalb von zen Jahren um weitere 7 % gestiegen. Nur der Vorrat bei der Fichte (-4 %) ist zurückgegangen.

3. Von 2002 bis 2012 sind durchschnittlich 76 Millionen m³ Rohholz geerntet worden. 87 % des Zuwachses werden genutzt oder sterben natürlich ab. Im Landeswald liegt der Holzeinschlag bei 98 % des Zuwachses. Bei der Fichte liegt die Nutzung um 15 % über dem Zuwachs.

4. Der Holzzuwachs ist mit 11,2 m³ je Hektar und Jahr oder 121,6 Millionen m³ pro Hektar auf einem hohen Niveau.

5. Mehr älterer Wald. Die Bäume sind im Durchschnitt 77 Jahre alt und gegenüber 2002 um viereinhalb Jahre älter. 24 % sind älter als 100 Jahre, 14 % älter als 120 Jahre. (BWI³)